Anwendungsorientierter Container / Multifunktionales Trägerfahrzeug

    Allgemeines zu den Fahrzeugen
Fahrzeugnummern und Stationierungen
Innenaufnahmen Hilfszug
Innenaufnahmen Wohn-, Werkstatt-, Energiewagen
Innenaufnahmen Schlaf- und Sanitärwagen
 

Update
09.10.2016

     
Die DB Netz AG hat bereits im Jahr 2011 die Beschaffung von Tragwagen zum Transport von Notfalltechnik-Wechselbehältern ausgeschrieben. Der Ausschreibung zufolge sollen diese Tragwagen in zwei Varianten, einer kurzen und einer langen, geliefert werden. Von diesen beiden Typen sollten 65 Wagen geliefert werden zuzüglich einer Option für die Lieferung von bis zu weiteren 86 Wagen. Diese Option sah die Lieferung von 36 Wagen bis 2015 und die Lieferung von 50 Wagen bis 2018 vor. Wie diese Ausschreibung tatsächlich umgesetzt wird, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Die ersten Wagen sind Anfang Dezember an die DB Netz AG ausgeliefert worden. Dabei handelt es sich u.a. um die hier gezeigten neuen Hilfszugwagen, die sukzessive die EHG 388 und vermutlich auch die Einheitshilfszüge (Bauarten 359, 360 und 361) ablösen sollen. Des weiteren handelt es sich um die neuen Rettungszüge und um Kranbegleitwagen. Die Kranzüge bestehen künftig neben dem Kran-, einem Schutz- und einem Gegenlastwagen noch aus einem kombinierten Schlaf- und Sanitär- sowie einem kombinierten Aufenthalts-, Werkstatt- und Energiewagen. Letztere beiden Wagentypen basieren auf diesen Trägerwagen. Beim kombinierten Aufenthalts-, Werkstatt- und Energiewagen handelt es sich um die lange Variante.

Die Trägerwagen werden vom slowakischen Fahrzeughersteller Tatravagónka a.s., Poprad [SK] hergestellt, während die Wechselbehälter für die Hilfs- und Kranzugwagen vom österreichischen Spezialisten für Fahrzeugbau und Containertechnik Gföllner GmbH, St. Georgen [A] geliefert werden. Die Aufbauten für die Rettungszüge kommen ebenfalls von Gföllner, werden aber von den Drägerwerken AG, Lübeck, die auch schon die Aufbauten für die Altbauzüge hergestellt haben, komplettiert.

Einer ersten Projektstudie zufolge war angedacht, die Aufbauten mit Rolltoren zu versehen, die analog zu den Rtz-Gerätewagen 381 (auf Basis Uaik 721) bis auf die Tiefladeebene zu öffnen sind. Damit sollte das Be- und Entladen des schweren Geräts erleichtert werden. Anscheinend hat man diese Planung auf Grund der tatsächlich realisierten abweichenden Bauform der Behälter aber wieder verlassen. Die Projektskizze ging von einem im Dachbereich typischen rechtwinkligen Containeraufbau aus. Durch die jetzt vorhandenen Schrägen im Dach war für die Rolltore wohl kein Platz mehr vorhanden. Die Wechselbehälter haben jetzt Falttüren, einen geraden Boden und zwischen diesem und der Tiefladefläche sind zusätzliche Staukästen eingebaut worden.

Wie ich erfahren habe, sollen die Wechselaufbauten im Falle einer Revision des Trägerwagens einfach auf ein anderes Trägerfahrzeug umgesetzt werden. Dadurch spart man das mühsame und vor allem zeitintensive Umladen des gesamten Equipments von einem zum anderen Wagen. Dieses neuartige System aus Wechselaufbau und Trägerwagen heißt in der Fachsprache AOC/MTF (AnwendungsOrientierter Container kombiniert mit einem Multifunktionalem (oder auch modularem) TrägerFahrzeug). Die Trägerfahrzeuge werden dazu noch unterschieden in MTF 17, MTF 24 und MTF 24 MPK. Die Zahlen beziehen sich dabei auf die Ladelänge der MTF und MPK heißt Mittelpufferkupplung, das sind die Wagen für die Rettungszüge.

Die kurzen Fahrzeuge scheinen querbeet nummeriert zu sein, d. h. es erfolgt keine Trennung zwischen Hilfszug-, Kranbegleit- und Rettungszugwagen. Die langen Wagen dagegen erhalten Nummern ab 100 (Kranbegleit- und Rettungszugwagen) bzw. ab 150 (Rettungszugwagen mit automatischer Kupplung). Die ersten Fahrzeuge waren mit der "90" an erster/zweiter Stelle falsch beschriftet, da für Spezialfahrzeuge nach der UIC-Richtlinie 438-4 die "99" an dieser Stelle der Wagennummer vorgesehen ist. Dieser Fehler ist aber mittlerweile behoben.

Da in Berlin bereits ein Wagen mit der Nummer 034 zu sehen war, wäre ich über Sichtungsmeldungen der Wagen 014 bis 033 dankbar.

Brandaktuell ist die Meldung, dass der neue Fuldaer Hilfszug heute (18.12.2014) um 20.00 Uhr in Betrieb geht. Hoffen wir, dass er so schnell nicht ausrücken muss.
Seinen ersten Einsatz hatte mittlerweile der neue Hilfszug aus Frankfurt (Oder). Noch in der Silvesternacht musste er in den frühen Morgenstunden des 01.01.2015 einer entgleisten Rangierlok am KV-Terminal in Frankfurt (Oder) wieder auf die Beine helfen. Link zum Einsatzbericht des THW OV Frankfurt (Oder)

Hilfszugwagen (AOC): Streng funktional und somit platzsparend präsentieren sich die Hilfszugwagen im Inneren. Für die Hilfszugmannschaft ist eine Sitzecke und eine kleine Küchenzeile vorhanden, der Hilfszugleiter hat einen eigenen kleinen Bürobereich. Diese beiden Bereiche nehmen ungefähr ein Drittel des Wagens in Anspruch. Der verbleibende Raum bildet den Werkstattbereich, der mit zahlreichen Lagermöglichkeiten ausgestattet ist. Der Werkstattraum ist sowohl über den Aufenthaltsbereich als auch über die stirnseitige Bühne begehbar. Zum Be- und Entladen von Material und Gerät dienen beidseitig Falttüren, hinter denen jeweils ein Kran mit max. 250 kg Tragfähigkeit angebracht ist. Auf einer Wagenseite befindet sich eine weitere Tür, hinter dem sich ein auch von innen begehbarer Raum befindet, in dem ein 33 kVA Stromaggregat sowie weitere Hydraulikgeräte gelagert werden. Innenaufnahmen eines Hilfszugwagens

Kranzugwagen (WWE): Bei diesem Wagen handelt es sich um einen kombinierten Wohn-, Werkstatt- und Energieversorgungswagen (WWE), der aus Küchenbereich, Zugleiter-Büro, Sanitär- und Werkstattbereich besteht. An Bord befindet sich ein Stromaggregat mit einer Leistung von 88 kVA, außerdem gibt es zahlreiche Garderoben- und Werkzeugschränke. Innenaufnahmen eines WWE

Kranzugwagen (SSA): Ebenfalls zum Kranzug gehört ein Schlaf- und Sanitärwagen (SSA). Zusammen mit dem WWE bietet der Wagen Platz für eine fünfköpfige Kranbesatzung. Ausgehend von einem durchgehenden Seitengang gibt es in dem Wagen sechs Abteile, wobei es sich um fünf Schlafabteile und ein Sanitärabteil handelt. Innenaufnahmen eines SSA

Drehgestelle: Die Wagen sind bei Ablieferung mit Drehgestellen vom Typ RC25NT von ELH ausgerüstet worden. Diese haben bei der DB AG die Bauartnummern 678.2 (ohne Handbremse) und 678.3 (mit Handbremse) erhalten. Es hat sich gezeigt, dass diese Güterwagen-Drehgestelle für die Beförderung der Hilfszug- bzw. Kranzugmannschaften nicht den erforderlichen Komfort bieten. Der auf der InnoTrans 2016 gezeigte Hilfszugwagen 99 80 9 370 038-8 hat bereits mit zusaätzlichen Stabilisatoren modifizierte Drehgestelle erhalten. Diese laufen unter den Bauartnummern 678.6 (ohne Handbremse) und 678.7 (mit Handbremse). Bereits vorhandene Fahrzeuge sollen entsprechend nachgerüstet werden.

Nachfolgend Bilder der vier Drehgestellbauarten:

Ursprüngliche Bauart 678.2 (ohne Handbremse)


Ursprüngliche Bauart 678.3 (mit Handbremse)


Modifizierte Bauart 678.6 (ohne Handbremse)


Modifizierte Bauart 678.7 (mit Handbremse)


 
Folgende Stationierungen sind bislang bekannt:
99 80 9 370 001-6 Kranzugwagen Fulda
99 80 9 370 002-4 Hilfszugwagen Fulda
90 80 9 370 003-1 Kranzugwagen Fulda (?)
90 80 9 370 004-9 Hilfszugwagen München
90 80 9 370 005-6 Hilfszugwagen Trier
90 80 9 370 006-4 Hilfszugwagen Offenburg
90 80 9 370 007-2 Hilfszugwagen Kassel
90 80 9 370 008-0 Hilfszugwagen Gremberg (?)
90 80 9 370 009-8 Hilfszugwagen Erfurt
90 80 9 370 010-6 Hilfszugwagen Frankfurt (Oder)
90 80 9 370 011-4 Kranzugwagen Wanne-Eickel
90 80 9 370 012-2 Hilfszugwagen Regensburg
90 80 9 370 013-0 Hilfszugwagen Kempten
99 80 9 370 014-8 Hilfszugwagen Düsseldorf
99 80 9 370 015-6
99 80 9 370 016-4
99 80 9 370 018-0 Rtz-Gerätewagen 1 Fulda
99 80 9 370 019-8
99 80 9 370 020-6
99 80 9 370 021-4 Rtz-Löschmittelwagen Fulda
99 80 9 370 023-0 Hilfszugwagen Wittenberge
99 80 9 370 024-8 Hilfszugwagen Cottbus
99 80 9 370 025-5 Hilfszugwagen Niebüll
99 80 9 370 026-3 Hilfszugwagen Würzburg
99 80 9 370 027-1 Hilfszugwagen Ulm
99 80 9 370 028-9 Hilfszugwagen Haltingen
99 80 9 370 029-7 Hilfszugwagen Meiningen
99 80 9 370 030-5 Hilfszugwagen Seelze
99 80 9 370 031-3 Hilfszugwagen Köln Bbf.
99 80 9 370 032-1 Hilfszugwagen Frankfurt/M.
99 80 9 370 033-9 Hilfszugwagen Hagen
99 80 9 370 034-7 Hilfszugwagen Rostock
99 80 9 370 035-4 Hilfszugwagen Nürnberg
99 80 9 370 036-2 Hilfszugwagen Oberhausen
99 80 9 370 037-0 Hilfszugwagen Dortmund
99 80 9 370 038-8 Hilfszugwagen Bremen
99 80 9 370 039-6 Hilfszugwagen Saarbrücken
99 80 9 370 040-4 Hilfszugwagen Kornwestheim
99 80 9 370 041-2 Hilfszugwagen Mainz-Bischofsheim
99 80 9 370 100-6 Kranzugwagen
90 80 9 370 101-3 Kranzugwagen Wanne-Eickel
99 80 9 370 102-2 Kranzugwagen Fulda
90 80 9 370 103-9 Kranzugwagen Fulda (?)
99 80 9 370 104-8 Rtz-Transportwagen Fulda
99 80 9 370 105-5 Kranzugwagen
99 80 9 370 151-9 Rettungszugwagen
99 80 9 370 152-7 Rtz-Sanitätswagen Fulda
99 80 9 370 153-5 Rettungszugwagen
99 80 9 370 154-3 Rettungszugwagen
99 80 9 370 156-8 Rettungszugwagen
99 80 9 370 157-6 Rtz-Transportwagen Fulda


In Fulda ist einer der beiden kurzen Wagen 001 und 003 und einer der beiden langen Wagen 102 und 103 vermutlich für einen anderen Kranzug bestimmt. Sind mittlerweile schon weitere Standorte für die Hilfszugwagen bekannt?
Da, wie oben bereits geschrieben, im Falle von Revisionen, Reparaturen usw. die Wechselbehälter nur auf andere Trägerfahrzeuge umgeladen werden, kann sich diese Aufstellung natürlich jederzeit ändern und stellt somit nur eine Momentaufnahme dar.

Quellen:
Ausschreibung
DB Netz AG - Geschäftsbericht 2012
Homepage der CIDEON Holding GmbH & Co. KG
Datenblätter Tatravagonka für MTF 17 und MTF 24/MTF 24 MPK
Firmenprospekt Gföllner
Göttlich/Hänisch - Neue Fahrzeugtechnik für das Notfallmanagement (in: "Deine Bahn" Ausgabe 11-2014)
Brill - Neue Fahrzeugtechnik für das Notfallmanagement ausgeliefert (in: "Bahn Praxis B" Ausgabe 2-2015)
Neue Fahrzeugtechnik für das Notfallmanagement (in: Eisenbahn-Kurier 5/2015)
Meldungen bei DSO (User "Einheitslok" am 09.12.2014 / User "Rbd Berlin" am 12.12.2014 und 15.12.2014 / User "Laim-Ost" am 11.12.2014) / User "Fals Lullu" am 14.02.2015 / User "ICE 91 Prinz Eugen" am 01.03.2015)
Vielen Dank für weitere Mitteilungen anderer Eisenbahnfreunde sowie an den OV Frankfurt (Oder) des THW
 

Update
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15.10.2016




    Innenaufnahmen des Hilfszugwagens
Innenaufnahmen eines Hilfszugwagens
... mit Sitzecke ...
 

Update
01.01.2015

    Innenaufnahmen eines Hilfszugwagens
... und Küchenzeile
 

Update
01.01.2015

    Blick in den Werkstattraum vom Wagenende in Richtung Aufenthaltsraum
Innenaufnahmen eines Hilfszugwagens
 

Update
01.01.2015

    Innenaufnahmen eines Hilfszugwagens
... mit Lagerungsmöglichkeiten und einer Werkbank
 

Update
01.01.2015

    Innenaufnahmen eines Hilfszugwagens
Der auch von außen zugängliche Raum mit einem 33 kVA Stromaggregat und Hydraulikgeräten
 

Update
01.01.2015

    Innenaufnahmen eines Hilfszugwagens
Bürobereich für den Hilfszugleiter
 

Update
01.01.2015

    250 kg-Kran vor den Falttüren
Innenaufnahmen eines Hilfszugwagens

© für alle Innenaufnahmen: THW / THW OV Frankfurt (Oder)
 

Update
01.01.2015




    Innenaufnahmen des WWE
Innenaufnahmen eines WWE
Eingangsbereich mit Werkzeugschrank rechts
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines WWE
Blick zum Eingang mit Werkbank und Kühlschrank
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines WWE
Gang mit Aggregateraum links
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines WWE
Waschbecken
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines WWE
Blick zum Eingang mit Aggregateraum rechts
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines WWE
Gang mit Garderobenschränken
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines WWE
Dusche
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines WWE
Vakuumtoilette
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines WWE
Küchenzeile
 

Update
09.10.2016




    Innenaufnahmen des SSA
Innenaufnahmen eines SSA
Gang
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines SSA
Dusche
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines SSA
Schränke und Waschgelegenheit im Schlafabteil
 

Update
09.10.2016

    Innenaufnahmen eines SSA
Bett
 

Update
09.10.2016







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